Curriculum der theoretischen Ausbildung - Zeitplan - Lehrmethode

Das Curriculum   (gemäß der Ausbildungsordnung PsychThG und PsychTh-APrV - Systemische Vertiefung) umfasst insgesamt 600 Stunden „Theorie“ (200h Grundkenntnisse, 400h vertiefte Ausbildung) und 120h Selbsterfahrung.

In unserem Ausbildungscurriculum spiegeln sich 45 Jahre Weiterbildungserfahrung wider.

Wir versuchen den systemischen Therapieprozess (Auftragsklärung, handhabbare Therapieziele festlegen, Genogramm erstellen und damit Arbeiten, Veränderungen einleiten und ins Tun umsetzen, Ressourcenaktivierung, Einordnung in eigene biographische (Beziehungs-) Erfahrungen, Erweiterung des Systems (Paar- und Gruppen, Mehrgenerationen), Rückfallprophylaxe und Abschluss) auch in der Abfolge unserer Theoriebausteine zu berücksichtigen.

Wir bilden klassisch systemisch aus, unsere Orientierung liegt auf dem persönlichen Wachstumsprozess. Integriert haben wir dabei Bindungs- und Beziehungsentwicklung sowie Videofeedback als effektive Methode, um Veränderungen zu unterstützen.Daneben vermitteln wir, wie gesetzlich gefordert, Hintergrundwissen über Psychopharmakologie, juristische Grundlagen, Dokumentation und Abrechnung sowie andere Psychotherapieformen, inklusiveklassische ICD-10/ICD11-Diagnostik, um Sie für die Absdchlussprüfung vorzubereiten.

Die Inhalte im Einzelnen

  • Einführungsseminar
  • Systemische Auftragsklärung, handhabbare Therapieziele, Reframing
  • Geschichte und klinisch-empirische Befunde zu wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren
  • Systemische Fragetechniken, Therapeutische Haltung
  • Systemdiagnostik
  • Genogramme und Genogrammarbeit
  • Krankheitslehre ICD-10/ICD-11 Überblick, symptomspezifisches Wissen, Psychotherapieforschung
  • Systemische Entwicklung – Das Lebensflussmodell
  • Entwicklungsdynamik über die Lebensspanne, systemische Krisen und Intervention, auch geschlechtsspezifisch
  • Bindung über die Lebensspanne
  • Selbsterfahrung – Beziehungsbotschaften konstruktiv nutzen
  • Systemische Behandlungstechniken - Systemische Skulpturarbeit
  • Prozessbegleitung: Therapeut*innen-Patient*innen-Beziehung im Therapieprozess, Kasuistiken
  • Psychopharmakologisches Wissen für Psychotherapeut*innen
  • Systemische Behandlungstechniken: Ego States, Mentalisieren, Embodiment Techniken
  • Körperorientierte systemische Behandlungstechniken
  • Juristische Kenntnisse für Psychotherapeut*innen; allgemeine, berufsrechtliche und ethische Regeln psychotherapeutischen Verhaltens
  • Ethische Grundlagen
  • systemische Behandlungstechniken speziell für Familien mit Kindern und Jugendlichen
  • systemische Behandlungstechniken bei Ambivalenzen
  • Selbsterfahrung – Familienrekonstruktion
  • Systemische Paartherapie-Partner*in-Seminar
  • Systemische Sexualtherapie
  • Systemisches Fallseminar - Systemische Elemente selbst anwenden – Videofeedback
  • Trauma, PTBS, Belastungsstörungen, im systemischen Kontext
  • Krisenintervention, Suizidalität
  • Dokumentation von Behandlungen
  • Methoden und differenzielle Indikationsstellung – Schulen-übergreifendes Wissen
  • Selbsterfahrung, Weiterentwicklung der professionellen Persönlichkeit – Therapie-Live-Sitzungen
  • Metaperspektive – therapeutische Entscheidungen, therapeutische Beziehung im Behandlungsprozess
  • Abschluss, Abschied, Therapieende

Aus allen Seminaren werden kontinuierlich Prüfungsfragen gesammelt und stehen zu Ihrer Verfügung.

Zeitplan

Lehrmethoden und Vermittlung

Alle Module werden von erfahrenen Dozent*innen, Supervisor*innen und Selbsterfahrungsleiter*innen mit umfassender Vernetzung in der systemischen Fachwelt geleitet. Der vft selbst arbeitet überregional und international/interkulturell, u.a. in Luxemburg, Mongolei, Slowenien. Die Lerninhalte werden praxis-, lösungs- und ressourcenorientiert entsprechend der Bedürfnisse der Teilnehmer*innen vermittelt. Die Orientierung ist angelehnt an die konkrete Therapiepraxis und die Vermittlung praxisrelevanter Inhalte.

Das Currikulum wird ergänzt durch externe Dozenten, die Fachgebiete wie Psychopharmakologie, klassische ICD-10/ICD-11 Diagnostik, Juristisches und andere Psychotherapieverfahren (VT, TP) gut vermitteln können.

Sie lernen unterschiedlichste Methoden, erleben die konkrete Umsetzung dieser Methoden durch beispielsweise Sitzungsdemonstrationen der Ausbilder*innen. Anschließende vertiefen Sie Ihr Wissen durch das Üben in Kleingruppen, Live-Sitzungen und Selbsterfahrung etc. Darüberhinaus erhalten Sie umfangreiche Handouts und Literaturhinweise.

Zudem bilden Sie selbstorganisierte Intervisiongruppen im Rahmen der „freien Spitze“, in denen Sie die Lerninhalte vertiefen können.

Zusammen mit dem prozessorientierten Curriculum und dem festen Trainerstamm bieten wir Ihnen die Möglichkeit stringent aufbauend prozessorientiert zu lernen.

Lehrbuch für die Praxis

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